Diagonale 2016 – Ein Brobrief/ing

miagonale Lieber Harry,

da ich weiß, wie sehr Du den österreichischen Film liebst und Dich in diesem Jahr sehr gute Gründe von Deiner Mutterstadt fern halten, schicke ich Dir hier meine persönlichen Eindrücke von den All Austrian Film Days 2016 in Graz:
(Be aware of spoilers)

Kurz zusammengefasst: Meine Diagonale 2016 war sehr lässig.
Nach über 25h reiner Projektionszeit hab ich nun einiges und sehr unterschiedliches an Ö-Film intus und ich kann berichten: die Lage ist nicht so schlecht.
Es sind viele gute Leute unterwegs und sie erzählen jede/r auf ihre/seine eigene Weise Geschichten von bestechender Aktualität.

TAG 1
Mittwoch morgen in unserem Heimkino, dem Annenhof, starte ich mein Filmfest mit dem Kurzdokumentarfilmprogramm 1:

Aufgeblendet wird mit „Leuchtkraft“ von Clara Stern und Johannes Höß. Ein 4 Minuten kurzer, perfekter Festivaleinstieg mit stimmungsvollen Bildern von, und kurzen Statements über klassische Neonlichtgeschäftsüberschriften.

In „Auf Augenhöhe mit dem Teufel“ von Alexander Naringbauer lerne ich durch Interviews und Aktionsbildern von Salzburger Krampusläufen mehr über die Leidenschaft unseres Krampuscousins Alex. Man atmet die Winterluft im Gasteinertal und blickt mit Unterstützung von coolen Zitaten (wer Canetti verwendet, hat bei mir schon viel gewonnen) hinter die heiter grinsenden Bartlmasken.

„The Sea You Have To Love“ bringt mich an die Adriaküste nach Rovinj und begleitet einen alten italienischstämmigen Fischer, der jetzt Touristen herumgondelt und eine kleine Indy-Fischercrew auf ihren Ausfahrten. Er dokumentiert ihren täglichen Kampf ums Überleben. Wirklich coole Bilder von der See und die latente Melancholie eines absterbenden Berufsstandes rühren mein Herz an. Das Filmteam kennst Du übrigens von Deinem Küsteneinsatz als junger Brenner. Weiterlesen

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Winterfrühstück

(Antwort auf Winterfrüh von Ilse Aichinger)

In gefrierenden Tränen
Tanzen die betagten Traumgänger
Eben noch
in gleichem Abstand
Jetzt schon
Leicht aus dem Augentakt
Eh sie  an den Kaffeeoberflächen
Verdampfen

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Das Theater Im Greith spielt Jura Soyfer

flyergroß1a

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In der Presse: Nachruf auf einen Genius

In der neuesten Ausgabe der Kulturzeitung 80 durfte ich die vorletzte Seite mit einem Nachruf auf den berühmten Grazer Künstler Jörg Schlick beehren.
zur Kulturzeitung 80

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HBY

flushthebird

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Feire Tage!

Da schau!
Hättest Du doch nicht geglaubt.
Dass das noch was wird
Mit dem Weltfrieden
Aber Jedem und Jeder die sich
Ohne Waffe aufzustehen traut
Ist ein Stück von ihm
Dem Unmöglichen beschieden.

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Hinten im Netzwinkel

Ich tweete ins Nichts
So unscheinbar
Wie die Körper
Der Dauernetzbenützer
Die sich auflösen
Da Sie
Zur Kommunikation
Zur Existenz vor anderen
Nicht mehr benötigt weren

Jedoch
Irgendein Algorithmus
Verirrt sich auch hierher
Irgendein Netzwächter
Liest dieses Gedicht
Bis zum heiteren Ende

Das ist für Dich Freund
Danke Du für die paar Sekunden
Frieden im Lesen
Ich Danke Dir dafür ebenso

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Aus dem GIMP Archiv

lend of the cool - back from slavery

die nase im wind ist das segel das sich bläht um vom fleck zu kommen

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Zufallsicht

Oh Sonne des Morgens
Du tust mir so gut
Erhebst meine Seele
Mit Photonen Flut

Erfüllst meine Sinne
Mit fröhlichem Mut
Flüsterst mir sanft
Du ruhtest genug

Erheb Dich die Kraft
Fließt ohne Tun
Erlebe die Wonne nun
Im Rasen zu ruhn

Rasend durchs all
Wie aller Sterne Licht
Sie verlässt Dich
Im kältesten Universumswinter nicht

Manchmal spürst Du sie erwachend
Das ist die Zufallsicht

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Mission Statement – Sankt Fight

Mein Eintrag im Programmheft zu „Sankt Fight“, VoS Theatersommer 2015

Hallo,

schön, dass Sie da sind.

Wir bewegen uns in einem benachbarten Weltraum.
Wir bewegen uns in ein paralleles Universum.
Willkommen im Nebenan.

Das Theater hat seinen eigenen Raum und seine eigene Zeit. Innerhalb der wenigen Minuten, die sie hier verbringen werden, bewegen sich Zeit und Raum auf und innerhalb einer Bühne in ihre extremen Zustände. Manchmal vergeht die Zeit wahnsinnig schnell, dann dehnt sie sich wieder aus, bis in die Unendlichkeit. Der Raum ist ebenso unendlich, wiewohl er sich auch auf auf weniger als einen einzelnen Gedanken zusammenziehen kann; auf eine flüchtige Idee, geboren aus einem Funken, der meine Identität vor vielen, vielen Sekunden für das Theater entflammte und mich bis heute dafür brennen lässt. Einen Ort wo die Naturgesetze nicht gelten müssen, wo man sich in fremde Galaxien denken kann, in älteste Zeit und fernste Zukunft, um dort Ausschau nach Unbekanntem zu halten und doch wieder mit dem Treiben auf der Erde konfrontiert zu werden. Unserem Heimatplaneten, der so vielen unterschiedlichsten Kreaturen ein Zuhause gibt, der vom intergalaktisch weithin sichtbaren nuklearen Feuer eines Sterns genährt wird, den wir Sonne nennen, der bewegt von Kräften wird, die ein Mensch zu berechnen zwar imstande ist, aber sie mit bloßer Verstandeskraft doch niemals ermessen kann.

Sonst wäre er wohl nicht so dummdreist ständig den Fight, den Kampf zu suchen, um sich einen vermeintlichen Vorteil gegenüber den anderen winzigen Kreaturen zu verschaffen, die doch alle auf einem klitzekleinen Eiland im großen Weltall Platz finden.
Der/die gemeine Steirer*in, hat sich einen wunderschönen Platz in diesem Weltall gesichert. Vor Generationen sind wir hier gelandet, wahrscheinlich zu Fuß, wir haben unsere Grenzen abgesteckt, Häuser gebaut, Dörfer organisiert und unseren Urwald zu einer Kulturlandschaft geformt. Dieser Urwald war lange vor uns da und hat gelernt mit uns Invasoren zu leben. Später ist von Amerika her auch noch der gemeine Ölkürbis eingewandert, ein Außersteirischer, den wir zu unserem Lebensmittelpunkt gemacht haben, zum Treibstoff unserer Steirerkraft, mit dem wir uns bei den Proben schon stärken und in Kürze abheben. Viel Spaß!

Das komplette Programmheft findest Du online auf issuu

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